Ausbildung

Die Ausbildung eines Hundes zum Polizeihund ist ab einem Alter von 12 Monaten möglich und dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Monate.

Nicht jeder Hund kann ein Polizeihund werden. Die Voraussetzungen und Kriterien für den Ankauf eines Diensthundes sind u.a. :
• Alter zwischen 12 bis 36 Monaten
• Gesundheit
• Arbeitsmotivation
• Umwelt- und Selbstsicherheit
• Eignung als Spezialhund

Die Ausbildung von Diensthunden steht auf drei Pfeilern: Nasenarbeit, Gehorsamsübungen und Schutzdienst.

Nasenarbeit:
Der Diensthund lernt, mit seiner feinen Nase nach Gegenständen zu suchen, die ein Mensch zuvor angefasst hat oder mit denen der Mensch in Berührung gekommen ist. Weitere Lernübungen sind zum Beispiel das Stöbern und Anzeigen von Gegenständen.

Gehorsamsübungen:

Ein guter Gehorsam ist die Basis für ein gutes Miteinander zwischen Hund und Hundeführer und unverzichtbar für die späteren Einsätze. Dies führt dazu, dass die geforderten Übungen fehlerfrei ausgeführt werden.

Schutzdienst:
Beim Schutzdienst lernen die Hunde in der Ausbildung, den sich bewegenden Schutzärmel zu erbeuten. Sie werden weniger über Druck und vielmehr über Motivation und Spiel ausgebildet.
Der zukünftige Diensthund wird zunächst so trainiert, dass er den Schutzärmel als Beute ansieht und über sein Beuteverhalten ausgebildet werden kann. Dabei ist es schwer, dem Hund in dieser Situation Gehorsam zu vermitteln, da der Beutetrieb dem Hund angeboren ist. Der Hund lernt nicht, einen Menschen zu beißen, er erbeutet vielmehr den Schutzärmel.
Diese Abwehr von Personen dient dem Schutz des Hundeführers und anderer gefährdeter Personen.


Zentrale Hilfsmittel bei der Ausbildung sind:
• Klicker (modifizierter Knackfrosch)
• Bringsel (Jute- oder Plastikrolle)
• Schutzärmel

Der Klicker:
Der „Klicker" ist ein Gerät, bestehend aus in einem Gehäuse montierten Blechstreifen, der beim Biegen ein lautes Knackgeräusch erzeugt.
Das Geräusch des Klickers ist für das Tier zunächst bedeutungslos (neutral). Wird der Klicker unmittelbar vor der Gabe einer kleinen Futtermenge betätigt, lernt das Tier nach einigen Wiederholungen, dass der Klicker Futter ankündigt („Klassische Konditionierung").
Somit wird aus einem bisher „neutralen Reiz" ein „bedingter Reiz", der etwas Positives (z.B. Futter/ Spielzeug) ankündigt. Der Klicker ist, im Gegensatz zur Stimme des Ausbilders, frei von dessen Emotionen und Stimmungen und immer gleich, eben neutral.
Der Klick selbst ist keine Belohnung, sondern nur ein Markierungssignal für den präzisen Moment des gezeigten Verhaltens. Jedes Gerät, das diese Bedingungen erfüllt, kann als „Klicker" verwendet werden, also auch eine Pfeife oder gar ein Fotoblitzgerät bei Tieren ohne Gehör.
Wesentlich für das „Lernen am Erfolg" ist, dass das Tier die Konsequenz seines Verhaltens innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes erfährt (das Verknüpfungszeitfenster für Hunde und Katzen liegt beispielsweise im Bereich von maximal 0,48 bis 0,7 Sekunden).

Das Bringsel:
Als häufigstes Spielzeug wird das sogenannte Bringsel verwendet. Für die meisten Hunde ist es ein sehr hochwertiges Motivationsobjekt. Es eignet sich sowohl als Wurfspielzeug als auch zum Zergeln (Beutespiele). Bringsel sind in der Regel sehr zahnfreundlich.
Viele Hunde spielen auch gern mit Bällen. Hier besteht jedoch Verschluckungsgefahr. Vorsicht, die Bälle nicht zu klein auswählen!

Der Schutzärmel:

Der Schutzärmel dient dem Schutz vor Bissen. In der Ausbildung wird er beispielsweise eingesetzt, um das Stellen eines Täters zu simulieren. Hierbei trägt der „Täter" (dargestellt von einem Kollegen) den Schutzärmel. Damit ist sichergestellt, dass der Hund den Kollegen nicht verletzt, wenn er sich im Schutzärmel festbeißt und diesen erbeutet.

Motivation:
Das vom Menschen gewünschte Verhalten muss sich für den Hund lohnen! Als Motivationsobjekt kann alles verwendet werden, was vom Hund als angenehm empfunden wird.
• streicheln
• lobende Worte
• Leckerli
• Spielzeug

Bis ein Kommando vom Hund als sicher erlernt gilt, bedarf es ca. 5000 Wiederholungen.
Gewünschtes Verhalten wird dabei immer positiv bestätigt. Negatives Verhalten (also ungewünscht) wird dabei so gut wie möglich ignoriert. Wenn der Hund nicht zu seinem Erfolg kommt, wird er ausprobieren, welches Verhalten das gewünschte ist. Negative Reize sind möglichst zu vermeiden.

Die Ausbildung erfolgt zunächst als Schutzhund. Weitere Spezialisierungen sind möglich, wie zum Beispiel als:
• Rauschgiftspürhund
• Sprengstoffspürhund
• Leichen- und Blutspürhund
• Brandmittelspürhund
• Bargeldspürhund

Mit frühestens 6 Jahren kann ein Diensthund in „Rente" gehen. Dieses Alter ist abhängig von der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Hundes.
Ihre Rente verbringen die Hunde meist bei dem Diensthundeführer zu Hause, da sie dort bereits neben der Unterkunft am Welfenplatz während des Dienstes, ein weiteres Zuhause haben.


Reiter- und Diensthundführerstaffel

Am Welfenplatz 1a
30161 Hannover
Tel.: 0511 109-1903
Fax: 0511 109-1910


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